Dr. Peter Lodermeyer über Joachim Hiller

Joachim Hiller widmet sich seit 1969 ausschließlich der Malerei. Während dieser Jahre ist eine Vielzahl stets abstrakter Werkgruppen entstanden, die er erst seit wenigen Jahren öffentlich zeigt.

Das Werkverzeichnis (ca. 2000 Arbeiten, Stand: Juni 2012)

Geschichte, Aufbau und Struktur von Werkverzeichnissen sind so unterschiedlich wie die Künstler, deren Arbeiten sie dokumentieren. Für die wenigsten jedoch gilt, was Theodor W. Adorno einst mit ironischem Unterton über Richard Wagner sagte: „Vom ersten Tag an ist er der Autor seiner sämtlichen Werke gewesen“. Auch Joachim Hiller gehört nicht zu dem Künstlertypus, der immer schon das „Œuvre“ anvisiert, dementsprechend jede Arbeit dokumentiert und ein umfassendes Archiv als Voraussetzung des künftigen Werkverzeichnisses anlegt – ganz im Gegenteil, möchte man sagen. Das vorliegende Verzeichnis spiegelt den ungewöhnlichen künstlerischen Werdegang von Joachim Hiller wider. Wenn es jetzt, im Sommer 2012, im 79. Lebensjahr des Künstlers, zunächst als Online-Publikation, erscheint, dann trägt es in sich die Spuren dreier einschneidender Entscheidungen, die Hillers Laufbahn als Künstler wesentlich bestimmt haben. [...]
- Peter Lodermeyer, Bonn, Juni 2012 -

Marta Cencillo Ramírez über die Papierarbeiten

Joachim Hillers Werk zeigt eine ungewöhnliche Kontinuität und konzeptionelle Einheit, beeindruckende stilistische und technische Diversität. Immanuel Kants Gedanke, die ganze Natur sei eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln und es gebe überhaupt keine Regellosigkeit, könnte Motto sein für seine Arbeiten. Hiller bedient sich der spezifischen Materialeigenschaften, um nicht die Natur, sondern wie die Natur zu malen. Kunst als unvorhersehbares Ergebnis eines Wechselspiels zwischen dem Einsatz innovativer Techniken, kalkulierter Materialauswahl und Spontaneität auf Basis fundierter Kenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten der Natur, so könnten Hillers Arbeitstechnik skizziert werden. [...]
- Marta Cencillo Ramírez, Köln/Cologne, 2012 -